Gefahrenabwehrplan - Stadt Herne


Teil B - Gefahrenabwehr - Gefahren
Gefahrenabwehrplan - Stadt Herne
Psycho-soziale Unterstützung Herne (PSU)

Verfahrensweise Psycho-soziale Unterstützung Feuerwehr Herne:

Die Alarmierung des Notfallseelsorgers erfolgt ausschließlich über die Rettungsleitstelle der Berufsfeuerwehr Herne auf Anforderung der Einsatzkräfte vor Ort.

Zu diesem Zweck ist bei der Leitstelle eine Telefonnummer (Mobiltelefon) hinterlegt, unter der ein Notfallseelsorger "rund um die Uhr" erreichbar ist. Nach Alarmierung durch die Leitstelle begibt der Notfallseelsorger sich in seinem Privat-PKW zur Einsatzstelle.

Indikationen für den Einsatz des Notfallseelsorgers im Rettungsdienst der Stadt Herne können sein:

... im häuslichen Bereich: Betreuung von Angehörigen nach einem plötzlichen Todesfall mit natürlicher Todesursache:
  • Unterstützung der Angehörigen: Realisierung des Todes eines Angehörigen, Helfendes Gespräch; Linderung von Symptomen, ...

  • Gelegenheit zum Abschiednehmen geben, einen Ritus anbieten, Hinweise auf Trauerarbeit und Trauerphasen, ...

  • Unterstützung der Einsatzkräfte: RTW und Notarzt können die Einsatzstelle verlassen, betroffene Personen müssen nicht alleine zurückgelassen werden

  • Einbindung sozialer Ressourcen; Benachrichtigung von weiteren Familienangehörigen, Freunden, Bestatter, ...

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Betreuung von Angehörigen nach einem plötzlichen Todesfall mit ungeklärter oder nicht-natürlicher Todesursache:
  • Unterstützung der Angehörigen: Realisierung des Todes eines Angehörigen, Helfendes Gespräch; Linderung von Symptomen, ...

  • Verständnis schaffen für den Einsatz der Kripo, Ablauf erläutern

  • Gespräch mit der Kripo über evtl. Möglichkeit des Abschiednehmens und eines Rituals; ggf. einen Ritus anbieten, Hinweise auf Trauerarbeit und Trauerphasen, ...

  • Unterstützung der Polizei: Beruhigung der Angehörigen (o.a.) und Schaffung von Raum und Gelegenheit zur ungestörten Ermittlung, Begleitung bei der Überbringung der Todesnachricht

  • Unterstützung der Einsatzkräfte: RTW und Notarzt können die Einsatzstelle verlassen, betroffene Personen müssen nicht alleine zurückgelassen werden

  • Einbindung sozialer Ressourcen; Benachrichtigung von weiteren Familienangehörigen, Freunden, Bestatter, ...

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Betreuung von Eltern nach einem Plötzlichen Säuglingstod / Kindstod: Berufsfeuerwehr der Stadt Herne - QM-Handbuch - RD-19-VA 108-01 gültig ab: Freigabe Seite 2 von 3 - Rettungsdienst - Einsatz der Notfallseelsorge
  • Unterstützung der Angehörigen: Realisierung des Todes eines Kindes, Linderung von Symptomen, ...

  • Helfendes Gespräch, wichtige Themen: Selbstvorwürfe / Schuldvorwürfe; Obduktion

  • Gespräch mit der Kripo über evtl. Möglichkeit des Abschiednehmens und eines Rituals; ggf. einen Ritus anbieten, Hinweise auf Trauerarbeit und Trauerphasen, ...

  • Schaffung von Kontakten zur GEPS (Gesellschaft zur Erforschung des Plötzlichen Säuglingstodes NRW e.V. oder anderer Einrichtungen

  • Einbindung sozialer Ressourcen; Benachrichtigung von weiteren Familienangehörigen, Freunden, Bestatter, ...

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... im außerhäuslichen Bereich:
  • Betreuung von Menschen, die z.B. durch einen Wohnungsbrand obdachlos geworden sind: Unterstützung für nicht verletzte Personen, Beistand und Hilfe in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt bei der Suche nach einer Unterkunft, ...

  • Betreuung von Menschen, die einen Verkehrsunfall miterlebt haben (als Beobachter, Beteiligte, Verursacher, Angehörige, ...) und nicht oder nur sehr gering verletzt sind: Beistand und Hilfe zur Verarbeitung der Situation, Begleitung von Angehörigen zum Krankenhaus, ...

  • Betreuung von Menschen, die eine Großschadenslage / eine Katastrophe miterlebt haben (als Beobachter, Beteiligte, Verursacher, Angehörige, ...) und nicht oder nur sehr gering verletzt sind: Beistand und Hilfe zur Verarbeitung der Situation, Begleitung von Angehörigen zum Krankenhaus, ...

  • Überbringung einer Todesnachricht (zusammen mit der Polizei): Unterstützung der Beamten bei klarer Rollenaufteilung, Unterstützung der Angehörigen bei der Realisierung des Todes eines Angehörigen, ... (siehe oben)

  • Kontaktaufnahme und Betreuung von Menschen in ausweglos erscheinenden Situationen (drohender Suizid, z,B, Person droht zu springen), Unterstützung der Einsatzkräfte bei der "Annäherung", "Kontaktaufnahme" und dem Gespräch mit der betreffenden Person; ggf. Betreuung von Angehörigen und Zeugen, ...
Nachbearbeitung belastender Einsätze für Einsatzkräfte (PSU: Psychosoziale Unterstützung bzw. SbE: Stressbewältigung nach belastenden Ereignissen):
Belastend für Einsatzkräfte können Einsätze sein ...
  • mit Kindern (Misshandlungen, Plötzlicher Säuglingstod, Unfalltod ...)

  • mit vielen Toten und Verletzten

  • mit entstellten Unfallopfern (z.B. Person unter Zug)

  • mit verletzten und getöteten Kollegen

  • ...
Formen der Nachbearbeitung:
    1. Einzelgespräch

  • bietet eine Reflexionsmöglichkeit für Erlebnissen und Emotionen

  • bietet Informationen zu Stress-Symptomen und Stressbewältigung

  • hat die Intention, das eigene Erleben als angemessene, "normale" Reaktion einzuordnen

    2. Defusing - Gruppengespräch
    (to defuse = engl.: entschärfen, entwirren; im Gegensatz zu: to confuse = verwirren) zur

  • Milderung der Stresswirkung

  • Erleichterung von belastenden Gefühlen

  • Verstärkung des Gruppenzusammenhalts

  • Einschätzung der Belastung