Gefahrenabwehrplan - Stadt Herne


Vorwort
Gefahrenabwehrplan - Stadt Herne
Der Gesetzgeber hat die Aufstellung des Gefahrenabwehrplans (GAP) in § 22 Abs. 1 Satz 2 FSHG für kreisfreie Städte verbindlich vorgegeben. Zum Inhalt, zur Durchführung oder zu den Aufgaben und Strukturen hat er jedoch wenige oder keine Aussagen getroffen, die bei der Aufstellung des Planes hilfreich sein können. Lediglich zum Führungsvorgang geben die FwDV 100, Arbeitspapiere oder Empfehlungen des Landesfeuerwehrverbandes (LFV) oder der Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren (AGBF) Aufgaben und Strukturen vor.
Die Aufstellung dieses Planes lehnt sich im wesentlichen an die Empfehlung des Regierungspräsidenten Münster sowie den darauf beruhenden Entwurf des Innenministeriums Nordrhein-Westfalen von Februar 2004 an. Weiterhin flossen die vom Arbeitskreis Zivil- und Katastrophenschutz (AK ZV) der AGBF erarbeiteten Optimierungsvorschläge weitgehend mit ein. Die hier vorliegende Fassung stellt somit den derzeitigen Wissenstand für die Aufstellung des GAP zur Beschreibung der Aufgaben und Abwicklung von Großschadensereignissen dar. Eine verbindliche Vorgabe durch den Innenminister NRW ist in den nächsten Monaten nicht zu erwarten. Die Erstellung eines GAP für Herne zum jetzigen Zeitpunkt ist dennoch im Rahmen der Gefahrenvorsorge angezeigt.

Um den umfangreichen Änderungsdienst, den die bisherigen Pläne verursacht haben, entbehrlich zu machen, sollen in Zeiten knapper Ressourcen an Personal, Material und Mitteln die modernen und heute überall vorhandenen Techniken genutzt werden. Im Gegensatz zu den alten Plänen soll der neue GAP kein „Telefonbuch“ sein. Hierfür steht in Herne die Datenbank "Krisenstab" zur Verfügung. Deshalb wird der GAP in Herne im Rahmen eines Standard-Internet-Browsers erstellt. Dies hat mehrere Vorteile:

Für die Bearbeitung und Pflege des GAP ist keine spezielle Software nötig. Es entfallen Lizenzgebühren, der Plan ist überall und jederzeit verfügbar, es gibt keine Kompatibilitätsprobleme. Es sind lediglich die Programme erforderlich, mit denen auch die per Link eingebundenen Dateien erstellt wurden. Das heißt, die erforderlichen Lizenzen sind bereits vorhanden.
Durch den Einsatz von Links kann der Grundplan schlank gehalten werden. Auf weitergehende Informationen und Details kann direkt verwiesen und dort hin gesprungen werden. Der jederzeitige Rücksprung an die Ausgangsadresse ist möglich, um von dort einem anderen Bereich zu wählen. Dateien jeglicher Art einschließlich Datenbanken können eingebunden werden.
Die Datenpflege wird erheblich vereinfacht. Alle Details und eigenen Dateien werden von den zuständigen Stellen weiter gepflegt wie bisher. Lediglich ein Link verweist auf die entsprechende Datei. Anhand des letzten Änderungsdatums muss lediglich die veränderte Datei neu in ein Zentralverzeichnis kopiert werden und ist damit unabhängig vom Änderungsumfang immer auf den aktuellen Stand verfügbar.
Der gesamte GAP einschließlich aller Links, Verweise, Anhänge und Dateien kann über ein passwortgeschütztes Verzeichnis jederzeit, für jeden Berechtigten und an jedem Ort verfügbar gemacht werden. Dies gilt sowohl für drahtgebundene (normale Telefonleitung) als auch drahtlose (Handy, Satellitenkommunikation) Verbindungen. Es ist dazu lediglich die Hard- und Software erforderlich, die für einen normalen Internetzugang auch benötigt wird.
Es werden keine zusätzlichen finanziellen Investitionen erforderlich. Die benötigte Hard- und Software ist sowohl bei der eigenen als auch anderen Behörden sowie sonstigen privaten Stellen vorhanden. Auch der ELW 2 und der ELW 1 der Feuerwehr als örtliche Hilfsmittel des Einsatzleiters sind technisch adäquat ausgestattet. Die zeitlichen Investitionen halten sich, mit Ausnahme der eigentlichen Erstellung des GAP, in Grenzen. Dies setzt allerdings die regelmäßige Kommunikation und Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen mit einer dafür zentral vorgesehenen Funktion voraus.
Ein angestrebtes Ziel besteht auch darin, für kleine, mittlere und große Schadensereignisse ein gesamtes Werk für bisher bekannte oder infrage kommende Szenarien zu erstellen. Der Gefahrenabwehrplan ist deshalb nicht nur auf ein Großschadensereignis oder eine Katastrophe abgestellt, sondern auch bei anderen größeren Einsätzen, die eindeutig unterhalb der Schwelle zum GSE liegen (Ausnahmezustand, Massenanfall von Verletzten (MANV)) ein universell nutz- und einsetzbares Hilfsmittel.

Grundlage dieses Papiers sind die Regelungen des Gesetzes über den Feuerschutz und die Hilfeleistung. Andere bestehende oder in Bearbeitung befindliche Alarmpläne, die nicht das FSHG zur Grundlage haben, sondern aufgrund sondergesetzlicher Regelungen aufzustellen sind, haben neben diesem Plan den gleichen Stellenwert und sind mit dem GAP nach FSHG eng verbunden. Entsprechende Links mit Rücksprungadressen sind eingebunden. Hier zu nennen wären der Öl- und Giftalarmplan, und die Sonderpläne der Feuerwehr.

Um eine übersichtliche Darstellung zu ermöglichen, wird bei verwendeten Funktions- oder Tätigkeitsbezeichnungen ausschließlich die männliche Form gewählt, es sei denn, dass es sich um Zitate handelt. Die männlichen Bezeichnungen gelten für die weibliche Form entsprechend.